Ski- und Wanderverein Nordsaar Stennweiler e.V.



Wanderwoche vom 8. bis 14.September 2012

Quartier im Rahnenhof, Hertlingshausen / Rheinland-Pfalz

 

Mit 17 Personen ging es am Samstagmorgen in PKW`s nach Hertlingshausen zum Naturfreundehaus Rahnenhof.

Von hier aus machten wir unsere täglichen Wanderungen in diesem Jahr.

Bei herrlichem Wanderwetter fuhren wir zuerst nach Hettenheim zur ersten Wanderung. Wir parkten am dortigen Schwimmbad und los ging es nach einer kurzen Ansprache unseres 1. Vorsitzenden Wilfried Baltes, unserem Wanderwart. Über einen Waldlehrpfad ging es leicht bergauf, vorbei an großen Himbeer- und Erdbeerplantagen und Zuckerrübenfeldern. Auf einer Holztafel entdeckten wir einen schönen Spruch:


Wohl an mein Freund, tritt ein in meinen Schatten,

laß frische Luft in Deine Lungen

und wenn die Nerven dich so unten hatten,

hier wirst Du bald genesen sein,

ich biete Ruhe dir und gebe dir Erholung.

An diesm Wege stell´n Bäume sich dir vor,

doch halt mich sauber, so wie deine Wohnung,

zum Dank rausch ich dir Waldmusik ins Ohr.

Wir kommen auf eine kleine Waldlichtung und können den sogenannten "Fliegenstein" bewundern.

Ein beistzstein fünfgeteilter Dreimärkergrenzstein, zu den Gemarkungen Leidelheim, Wattenheim, Eisenberg und Hettenleidelheim.

Auf dem Grabhügel eines keltischen Fürsten befinget sich eine Steinsäule, ein sogenannter Menhir aus dem Jahre 800 v. Chr.

Auf unserem weiteren Weg kommen wir an 3 gußeisernen Wegkreuzen mit verschiedenen Widmungen vorbei, eine Erinnerung an die frühere Eisenverarbeitung in dieser Gegend.

Wir wandern durch das ehemalige Gelände der Tongruben, über schmale Pfade vorbei an Wassertümpelchen und mehreren Fischweiher, entstanden durch den Tonabbau, und gelangen ziemlich hungrig zum Landgasthof "Zur Seltenbach". Hier im Biergarten, unter alten Nußbäumen, unter denen eine Menge alte Gerätschaften, Puppenwagen, Figuren aus Keramik wie in einem Flohmarkt herumstehen, machen wir eine wohlverdiente Pause.

Wohlgestärkt ging es zurück zu unseren Fahrzeugen und zum Rahnenhof, wo wir unsere Zimmer bezogen.

 

Sonntag, 09.September 2012

Nach einem ausgedehnten, gemeinsamen Frühstück fahren wir nach Hettenleidelheim und parken an der Ramsenerstraße.  Über den Westpfalz-Wanderweg geht es durch hohe Buchenwälder zur Pfälzer Waldhütte "Schwefelbrunnen".

Wir wandern vorbei am Klebsandwerk und der Grube Abendthal und durchqueren das Gelände des Eisenwerkes. Die Wege sind gut zu wandern und das Wetter ist super. Breite Waldwege und schmale Pfade durch hohen Kieferwald wechseln sich ab. Es geht leicht bergauf und bergab. An der Schwefelbrunner Hütte machen wir Rast. Bei herrlichem Spätsommerwetter lassen wir uns vor der Hütte auf den Bänken nieder und lassen uns unsere mitgebrachten Brote schmecken. Getränke gibt es in der Hütte. Nach einer 1 1/2 stündigen Pause machen wir uns auf zur Kreuzeiche. Hier befinden wir uns auf historischem Boden. Ganz in der Nähe kam es im Jahre 1298 am Hasenbühl zu einer Ritterschlacht von epochaler Bedeutung. Die Schlacht und die deutsche Königswürde zwischen Adolf von Nassau und Albrecht dem 1. von Österreich fand ihr Ende als Adolf getötet wurde. Heute ist er im Speyerer Dom bestattet. Durch Kieferwälder, die durch die Wärme der Sonne ihren angenehmen Duft verströmen, gelangen wir zu unseren Fahrzeugen und los geht es zum Rahnenhof.

 

10.09.2012

Heute wandern wir vom Haus aus.

Abmarsch 9.30 Uhr. Es ist schon sehr warm. Wir wandern durch Hertlingshausen bis zum "Sauhäuschen". Wir befinden uns auf einem Festplatz mit Hütte und Grillplatz. Auch ein Spielplatz für Kinder ist da. Dies alles wurde im Jahre 1899 vom Verschönerungsverein-Hertlingshausen erbaut.

Durch schattigen Wald wandern wir auf einem romantischen Pfad durch das Eknachtal.

Auf schmalen Serpentinenpfaden, rechts und links mit blühendem Erika umsäumt, geht die Wanderung über den Leuchtenberg nach Höningen.

Durch das alte Sandsteinportal des ehemaligen Augustiner-Klosters kommen wir zum Mittelpunkt des kleinen, ca. 250 Einwohner zählenden Dörfchens.

Wir besichtigen die Reste des Klosters, das im Jahre 1120 vom Grafen Emnig von Leiningen gestiftet wurde. Höningen mit der Jacobs Kirche wurde 1143 erstmals erwähnt als Ort Hagenehe.

Im Biergarten zum Jagdschloß machen wir unsere Mittagspause. Der Rückweg zum Rahnenhof geht über den Mühlenwanderweg und wieder durch das Eckbachtal. Er führt vorbei an Fischweihern und einem mit weißen und rosa blühenden Seerosen bewachsenen Weiher.

 

11.09.2012

Wir fahren nach Hettenleidelheim zur "Tongrube Riegelstein".

Um 10 Uhr ist eine Führung in der Tongrube und durch die Erlebnislandschaft "Erdekaut".

Es würde zu weit führen, die Erdekaut im Einzelnen zu beschreiben. Nur im Groben: an dieser Stelle wurde im 18.Jahrh. oberirdisch und in Gruben Ton abgebaut. 1951 gab es in Erdekaut 30 Gruben mit 800 Bergleuten. Der Ton wurde für die Chamotte Industrie, für Ziegel usw. verarbeitet. Eine Besonderheit ist der grüne Ton, da er sehr feuerfest ist, wurde er in der Raumfahrt als Hitzeschild eingesetzt.

Der grüne Ton wird heute noch traditionell per Hand und mit Preßluftspaten von 8 Arbeitern im Schichtdienst in 60 Metern Tiefe abgebaut.

Ein Rancher führte unsere Gruppe durch ein kleines Museum. In einem Film zeigte er uns unter welchen Gefahren diese 8 Bergleute auch heute noch arbeiten.

Anschließend führte uns der Rancher über das Gelände der alten Tongruben. Er zeigte uns wo seltene Orchideen wachsen und erzählte uns von hier lebenden Amphibien.

Nach diesem anstrengenden, aber sehr lehrreichen Morgen machten wir uns auf den Weg Landgasthof Seltenbach zur wohlverdienten Mittagsrast.

Als kurz darauf ein Gewitter aufzog, flüchteten wir aus dem Biergarten in das gemütliche Lokal. Der nachfolgende Regen lud zu einem Schläfchen in unserem Quartier ein, das wir uns redlich verdient hatten.

 

12.09. Mittwoch

Heute geht es wieder mit den Autos auf Tour. Wir parken bei Höningen am Kupferberg.    Die Wanderung führt über die "Rote Holt" zu Forsthaus Lindemannsruh.

Vergangene Nacht hatte es geregnet. Die Wetteraussichten waren nicht so berauschend. Auf dem Weg erinnert ein Gedenkstein aus dem Jahr 1878 an einen Oberforstwart Adam Bauer.  Über einen sehr steilen Pfad, voll Geröll und Baumwurzeln, kraxeln wir nach oben. Hier wird der Weg breiter und eben, ein sehr schöner Waldpfad führt uns zum Forsthaus Lindemannsruh.

Unsere Plätze im Forsthaus waren reserviert, so hatten wir noch Zeit zum etwa 300m entfernten Bismarck-Turm zu wandern.

Auf dem Peterberg, 495m über NN, wurde im Jahr 1901- 1903 dieser Aussichtsturm zu Ehren des Großen Deutschen Reichskanler erbaut. Mit seinen 40m Höhe schaut der Turm weit übers Land.   Einige von uns scheuten sich nicht die 156 Stufen zu erklimmen um die herrliche Aussicht ins Rheintal, zum Odenwald und Kraichgau  zu genießen.   Otto von Bismarck geboren am 01.04.1815 in Schönhausen/Elbe. Er war von 1871 bis 1890 Reichskanzler und starb am 30.07.1898 in Friedrichsruh/ Kreis Lauenburg/ Elbe. So viel zur Geschichte.   Im Forsthaus machten wir ausgiebig Mittagsrast. Es beginnt zu regnen, wir warten noch eine Weile. Dann kommt die Sonne wieder zum Vorschein. Wir brechen auf. Unser Weg führt durch sehr schöne Waldpfade, zur Weissenheimer Hütte am Ungeheuer See. Wir machen eine kurze Rast, gerade solange man für eine Weinschorle braucht und wandern wieder zum Parkplatz.



13.09. Donnerstag

Der Wettergott war wieder auf unserer Seite. Bei angenehmen Temperaturen gingen wir vom Rahnenhof weg nach Altleiningen. Durch Hertlingshausen über Carlsberg wandern wir über sehr schöne Waldwege zur Burgruine.  Altleiningen wurde im Jahr 1520 mit den Steinen des Frauenklosters Augustina von Höningen erbaut.    Die Ruine der Burg wurde in eine sehr schöne Jugendherberge mit Schwimmbad umgebaut. Man kann noch schön restauriert Mauern und Treppenpodeste bewundern. Von der Terrasse des integrierten Burgrestaurants hat man einen schönen Weitblick über das Leininger Land.   Nachdem wir uns im Restaurant gestärkt hatten, gingen wir den steilen Burgweg  abwärts in das Dorf Altleiningen. Am ehemaligen Waschplatz des Dorfes befindet sich die stärkste Spaltenquelle der Pfalz, durch erdverwerfungen entstanden.  Durch 20 Röhren strömt das Wasser aus der 1980 renovierten Steinmauer. Man vermutet, daß diese Quelle um 1600 entstanden ist.

Durch das Eckbachtal wandern wir wieder zum Rahnenhof.

Heute Abend hatten wir die Gelegenheit auf der Kegelbahn des Hauses zu kegeln. Die für uns ungewohnte Zementbahn machte uns große Schwierigkeiten. Es viel kein Neuner. Aber wir hatten trotzdem viel Spaß und am nächsten Morgen ziemlichen Muskelkater.



14.09. Freitag: letzter Wandertag und Abreise

Nachdem Frühstück räumten wir unsere Zimmer und fuhren zur letzten Wanderung nach Ramsen. Ramsen ist ein kleiner Ort im Donnersbergkreis, 1146 erstmals erwähnt mit der Gründung des Bendiktinerinnen Klosters. Wir parkten an der Eistal Halle, dort hatten wir auch unser Mittag essen bestellt. Wir wandern durch das Eisbachtal zum Eiswoog. Unsere Wanderung beginnt am Bahnhof West der Stumpfwaldbahn. Durch den Wald des Eisbachtales gingen wir an fantasievollen Holzfiguren vorbei in Richtung Eiswoog. 

Die Stumpfwaldbahn, eine Schmalspurbahn, wurde früher in Bergbau und Industrie als Transportmittel von Eisenberg, Ramsen und Hettenleideiheim eingesetzt. Heute wird diese Schmalspurbahn vom Verein Stumpfwaldbahn Ramsen e.V. betreut. Sie bringt Touristen vom Eiswoog nach Ramsen und zurück.  Ein kleiner, schmucker Bahnhof am Eiswoog lädt Besucher und Benutzer an Sonn- und Feiertagen zu einer 3km langen Fahrt ein. Nachdem wir uns alles angeschaut hatten, warfen wir noch einen Blick auf den schönen Waldsee und machten uns auf den Rückweg.

Ein kühler Wind blies die ersten Blätter von den Bäumen. Der Wald fing sich langsam an zu färben. Der nahe Herbst kündigt sich an. In der Eistalhalle angekommen, nahmen wir die letzte Mahlzeit unserer Wanderwoche ein. Nach einem herzlichen Abschied untereinander, fuhren wir wieder nach Hause.

Eine sehr schöne Wanderwoche war leider zu Ende.   Irmgard und Wilried Baltes hatten uns wie schon seit Jahren eine ganz tolle Woche organisiert. Im Rahnenhof Zimmer bestellt, in den Hütten die Tische reserviert, praktisch für alles gesorgt, damit wir diese Woche genießen konnten.

Vielen Dank an Irmgard und Wilfried im Namen aller Wanderer.