Ski- und Wanderverein Nordsaar Stennweiler e.V.



 

11.11.12 Letzte Wanderung für das Jahr 2012

Brennender Berg in Dudweiler

14 Mann vom Ski- und Wanderverein Stennweiler trafen sich am Sonntagmorgen auf dem Schulhof.

Wir fuhren an diesem spätherbstlichen, trüben Tag nach Dudweiler. Wir parkten an den Tennisplätzen. Von dort gingen wir bergan zum Brennenden Berg, im Dreieck Sulzbach, Neuweiler, Dudweiler. Unser Weg ging an den ehemaligen herrschaftlichen Häusern der Bergwerksdirektion vorbei.

Unser 1.Vorsitzender und Wanderführer erzählte uns in spannender Weise sehr viel von den Anfängen des Bergbaus bis in die heutige Zeit. Zu unserem Erstaunen hörten wir, dass schon im 6.-und 7. Jahrhundert vor Christus bei uns die Kelten Kohle abbauten. Im Grab einer Keltenfürstin von Rubenheim fand man als Grabbeigabe eine Perle aus der sogenannten Kännel-Kohle. Diese Kohle war schnitzbar und stammt nachweislich vom Riedberg/Neunkirchen-Heinitz, Flöztauentzien. Der historische Abbaubereich der „Heinitzer Keltengrub“ gilt als der bislang älteste Nachweis für den Abbau von Steinkohle in Deutschland.

Nach und nach entwickelte sich der Abbau der Kohle. Im 14. Und 15. Jahrhundert geschah der Abbau durch oberflächiges Schürfen.

„Wildes Kohle graben vom Flözende ausgehend“

Erstmals 1357 urkündlich erwähnt, Verbot des Schürfens, durch die Edelleute, Friedrich und Simon von Saarbrücken. Dann wurden an die Bauernlandesherrliche Genehmigungen erteilt.

Der zuerst Selbstverbrauch der Kohle, wurde mehr und mehr von Schmieden, Glashütten und Eisenschmelzen gebraucht. So entstand ganz allmählich ein reger Handel mit der saarländischen Kohle,  auch überregional.

Der eigentliche Tiefbau begann in den 60- und 70ziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Soweit die Erklärungen von Wilfried.

Wir wanderten weiter bergauf und kamen auf den sogenannten Burgfestplatz. Unter hohen Kastanien- und Buchenbäumen standen Tische und Bänke. Auf diesem Platz fanden die „Wambenfeste“ statt.

Einmal im Jahr bekamen die Bergleute mit ihren Familien von der Bergwerksdirektion ein Fest ausgerichtet. Es gab Essen und Trinken in Hülle und Fülle. Man schlug sich den Bauch (Wambe) voll.

Auf breiten Wegen, teils mit dicken Steinen gepflastert gingen wir durch den spätherbstlichen Wald.

Links und rechts des Weges sah man die Reste der ehemaligen Bunker des Westwalles aus dem letzten Krieg.

In der Umgebung des brennenden Berges gab es etwa 44 Bunker. Nach Ende des Krieges wurden alle gesprengt.

Durch den schmalen Pfad einer kleinen Schlucht gelangten wir dann zu dem eigentlichen Patz des Brennenden Berges. Dieser Platz entstand, als man dort Kalzinierten Schiefer abbaute. Aus Felsspalten trat warme Luft an die Oberfläche. Legte man die Hand in die Spalte, spürte man die Wärme, die aus dem Berg hochstieg.

Im Jahre 1688 war ein unterirdisches Kohleflöz in Brand geraten. Man nimmt an, dass es durch eine umgeworfene Grubenlampe verursacht wurde.

Wir befanden uns hier auf historischem Boden. Im Jahre 1770 kam Goethe während einer Straßburg-Reise hierher.

Eine Gedenktafel mit folgender Aufschrift erinnert daran:

Wir kamen in eine Klamm und befanden uns

in der Region des Brennenden Berges.

Ein starker Schwefelgeruch umzog uns.

Die eine Seite der Höhle war nahezu glühend.

Mit rötlich-weißgebrannten Stein bedeckt,

ein dicker Dampf stieg aus den Glusen hervor,

man fühlte die Hitze des Bodens auch durch die starken Sohlen.

10. Buch, Dichtung und Wahrheit

 

Wir blieben eine kleine Weile an diesem geschichtsträchtigen Ort.

Auf schmalem Pfade wanderten wir bergab. Mitten im Wald kamen wir an alten Steinbrüchen vorbei. Dort hatte man die Steine gebrochen, um die Häuser der Bergleute zu bauen, die sich hier angesiedelt hatten um in den Gruben zu arbeiten.

Nachdem wir unsere Fahrzeuge wieder erreicht hatten, fuhren wir zum DJK Heim in Elversberg zum gemeinsamen Mittagessen.

Die letzte Wanderung dieses Jahres war zu Ende, eine Wanderung die uns einen tiefen in den Bergbau und unsere Vergangenheit gezeigt hatte. Der Bergbau bestimmte vom 7.-und 6. Jahrhundert vor Christus bis 30.Juni 2012 das Leben vieler Menschen im Saarland.

Gut Fuß und Ski Heil